In den letzten Tagen habe ich diesen Satz wieder öfter zu hören bekommen. Niemals jedoch habe ich jemanden sagen hören, er fühle sich genau so alt, wie er sei, oder gar, er fühle sich noch viel älter, als er eigentlich sei.
Was lässt Menschen annehmen, sie wüssten, wie man sich genau mit, sagen wir, 32 Jahren fühle? Oder überhaupt, wie alt sich andere Menschen fühlen? Der Maßstab kann doch per se nur das eigene Empfinden für das Alter sein, in Bezug gesetzt mit der eigenen Annahme, wie man sich mit 32 fühlen müsse (natürlich grundsätzlich viel älter).
Überhaupt, wie stellt sich dieses „Altersgefühl“ dar? Woran wird es gemessen? Ist es gleichbleibende oder abnehmende körperliche Kraft? Das noch vorhandene Interesse an Unternehmungen, die von Gleichaltrigen oder Älteren nicht mehr durchgeführt werden? Oder einfach nur die aktuelle Zufriedenheit mit dem Leben?
Es ist doch an sich eine vermessene Aussage, die unterstellt, dass die anderen Menschen (zumindest die Mehrheit) auf irgendeine Art anders und schneller gealtert sind und man sich selbst auf wiederum irgendeine andere Art jünger gehalten habe – vielleicht mit biologischem Essen und viel Sport?
Ich für meinen Teil fühle mich seit 2 Jahren wieder jünger werdend - aber auch nur, weil der befürchtete Verfall nach drei vollen Jahrzehnten, wie er allerorts berichtet wird, ganz und gar ausgeblieben ist.